Sehr gefreut hatte ich mich vor ein paar Wochen als ich erfuhr, dass ich die oben genannte Aktion von Otto testen durfte. Ich wurde von www.utopia.de als eine der 100 Testerinnen ausgewählt, um Prozedere und Eindruck der Kleiderspende zu beurteilen.

Die Aktion und Hintergründe findet ihr hier genau von der Firma Otto beschrieben.

Es geht darum Altkleider nicht wegzuwerfen sondern diese der Wiederverwertung zuzuführen und mit dem erzielten Gewinn soziale Projekte zu finanzieren. Diese Idee gefällt mir vom Grundsatz sehr gut.

Das Prozedere der Aktion ist sehr einfach: man packt einen Karton mit Altkleidern, Schuhen und alten Heimtextilien (möglichst zwischen 5-30 kg) und druckt einen Paketaufkleber aus, mit dem man das Paket kostenlos an Otto per Hermes-Versand verschicken kann. Das Paket bringt man zum Shop oder gibt es dem Hermes-Boten mit. Dieser Ablauf war sehr einfach und es gab keinerlei Probleme beim Ablauf. Auch der Aufkleber war leicht auszudrucken. Im Hermes-Shop bei mir war die Aktion noch nicht bekannt, aber auch die Registrierung ging problemlos:

Otto4

Das Paket war schnell gepackt, sonst bringe ich meine gut erhaltenen Altkleider und Schuhe immer zu Einrichtungen der Diakonie.

Otto1

Und mit Aufkleber sah es dann so aus:

Otto3

So weit so gut. Bei diesem Test gab es allerdings auch ein paar Dinge, die ich durchaus kritisch beurteile:

Zunächst einmal finde ich die Otto-Seite zu der Aktion nur mäßig übersichtlich. Um sich intensiv zu informieren, muss man sich durch sehr viele Seiten klicken. Ganz durchschaut wie das Prozedere dann läuft, habe ich bei der Recherche nicht erreicht. Welche Projekte genau unterstützt werden und in welchem Umfang war mir nach dem Lesen ebenso wenig klar, wie die genaue Verwendung der Textilien (wird z.B. auch recycled etc.). Mich hätte auch interessiert, wo die gesammelten Textilien genau verkauft werden um Geld für die Projekte zu verdienen. Das habe ich als etwas Unbefriedigend empfunden. Dennoch finde ich die Aktion sinnvoll. Insbesondere dort, wo vielleicht keine sozialen Stellen in der Nähe zu erreichen sind um Altkleider abzugeben (evtl. in ländlichen Regionen) oder auch sonst diese keine Abnehmer finden, ist die Otto-Kleiderspende sicher eine einfache Möglichkeit, die Textilien nachhaltig abzugeben.

Ich werde auf jeden Fall verfolgen, wie diese Aktion weitergeht und wie andere Reaktionen zum Platz schaffen mit Herz ausfallen.

Meinen originalen Test-Bericht lest ihr übrigens bei Utopia – inzwischen gibt es auch eine Antwort von Otto dort.

Mich würde sehr interessieren ob ihr diese Aktion auch schon mal mitgemacht habt oder mitmachen würdet und was ihr Positives und Kritisches dazu zu sagen habt. Außerdem interessiert mich, wie ihr zu Textil-Recycling und Wiederverwertung steht. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn ihr hier wild kommentiert :-)

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Kommentare (3)

3 Kommentare zu “Die Otto-Kleiderspende – Platz schaffen mit Herz”

  1. CoMa_spinnt sagt:

    Ich habe durch deinen FB-Artikel zum ersten mal von dieser Aktion gehört. Gerade vor einigen Wochen habe ich die Sendung “Die Altkleiderlüge – Wie Spenden zum Geschäft werden” von ARD und NDR gesehen. (z.B. hier: http://www.youtube.com/watch?v=djXkFedpTrE, Dauer 29 min) Seitdem bin ich ausgesprochen skeptisch geworden, was Altkleidersammlungen gerade auch von caritativen Organisationen angeht.

    Ganz grundsätzlich betrachtet, MUSS es ja einen merklichen Effekt haben, wenn ein Gut (in diesem Falle Altkleider) in großem Stil in ein bestehendes Wirtschaftssystem eines anderen Kontinents gebracht wird. Wenn dieses Gut (aus nachvollziehbaren Gründen) nicht verschenkt, sondern gehandelt wird, ist ebenfalls klar, dass jemand einen Gewinn einstreicht und jemand bezahlt. Man muss sich zudem darüber im Klaren sein, dass derjenige, der dafür bezahlt, nicht mehr Geld zur Verfügung hat als vorher, sondern stattdessen etwas anderes nicht mehr kauft. Gerade wenn der Käufer nur wenig finanziellen Spielraum hat. D.h. wo ein großer Markt entsteht, bricht ein anderer großer Markt zusammen – sehr platt ausgedrückt.

    Es wundert mich nicht, wenn eine Organisation wie das DRK die Auswirkungen seines Tuns vorher gar nicht abschätzen konnten. Und je mehr der logistische Aufwand seine Möglichkeiten überstieg und je mehr Zwischenhändler eingeschaltet wurden, desto weniger involviert war das DRK am Zielort der Altkleider-Transfers. In dem Bericht wurde das DRK genannt – gleiches gilt aber wahrscheinlich auch für andere caritative Einrichtungen, die aus Altkleiderspenden Einkünfte in ausländischen Märkten generieren.

    Dass man dennoch nicht alle Aktionen über einen Kamm scheren sollte, ist klar. In Karlsruhe gibt es mehrere Läden caritativer Organisationen, in denen ausschließlich Spendenware verkauft wird. Sie sind Anlaufstelle für KundInnen aller Schichten und schaffen gesicherte Arbeitsplätze. Ich denke, so lange man Altkleider oder andere Sachspenden im eigenen Wirtschaftssystem lässt, bleiben die Auswirkungen auch überschaubar.

    Die Verwendung als Dämmmaterialien wäre ansonsten mein persönlicher Favorit – in der Hoffnung, damit Erdölprodukte einsparen zu können.

  2. Annie sagt:

    Liebe Roma,

    ich höre auch das erste Mal durch Deinen Artikel von dieser Aktion.

    Bei mir kommt inzwischen eigentlich nichts mehr in die Kleiderspende, weil einfach zuviel Schindluder damit betrieben wird.

    Gute Kleidung verkaufe ich auf bekannten Plattformen oder, und das ist meistens der Fall, ich verschenke sie.
    Wir (Ossis) sind damals so aufgewachsen, daß gerade Kinderkleidung weitergereicht wurde, bis sie komplett durch ist. Und das handhaben wir heute auch noch so.
    Es ist umweltfreundlicher und kostengünstiger.

    Gute Kleidung meines Mannes oder von mir, die wir einfach nicht mehr anziehen, geben wir auch in der Familie weiter, da findet sich meist ein Abnehmer.
    Und Kleidung, die man nicht weiter geben kann, weil sie z.B. Löcher hat, die versuche ich zu “upcyclen”.
    Beispielsweise ist aus alten Jeanshosen ein Utensio entstanden, und aus einem alten, weißen Shirt meines Manns und einem alten gelb-grünen Shirt meiner Jungs habe ich für meinen Großen ein WM-Shirt genäht.
    Das macht Spaß, und meine Kinder lieben ihre Unikate. :)

    LG, Annie

  3. Roma Roma sagt:

    Entschuldigt meine späte Reaktion, ich habe mich sehr über eure inspirativen Kommentare gefreut. Ich finde das Thema sehr wichtig und sehr schön, dass wir darüber diskutieren. Die Upcylce-Beispiele von Annie sind toll – etwas was ich auch gelegentlich, letztlich aber zu wenig mache. Kindersachen haben wir bis zum Alter von 5 auch viel getauscht, dass fand ich richtig toll. Leider sind uns die Tauschpartner abhanden gekommen. Deshalb findet das jetzt nur noch selten statt, wenn jemand die passende Größe sucht. Aus Platzgründen muss ich dann andere Wege gehen. Verkaufen tue ich ganz selten Dinge, ich verschenke lieber Altkleidung und Bücher. Dafür gibt es inzwischen ja diese tollen Plätze wo man Bücher für andere in Schränken auf öffentlichen Plätzen deponieren kann. Das finde ich ganz fantastisch. Der von Co_ma spinnt verlinkte Bericht ist sehr aufschlussreich. Das Ende des Beitrags ist für mich aber sehr verkürzt, da hätte ich mir dann doch noch detaillierter etwas zu den anderen Organisationen (als nur zum DRK) gewünscht. Was ich sehr auffällig finde ist, dass Dinge die vielleicht ökologisch noch Sinn ergeben nicht unbedingt sozial sinnvoll sind und vice versa. In jedem Fall finde ich es gut, dass wir gemeinsam dieses Thema vertiefen :-)

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